Begegnung MEET A JEW – Gesprächsrunde mit vielen Fragen und Antworten
Meet a Jew ist ein Begegnungsprojekt des Zentralrats der Juden in Deutschland. Unter dem Motto „Miteinander statt übereinander reden!“ vermittelt die Initiative junge jüdische Ehrenamtliche in Zweierteams an Schulen, Vereine und Bildungseinrichtungen, um den Alltag und die Vielfalt des aktuellen Judentums vorzustellen und Vorurteile abzubauen. Inzwischen hatte unsere Schule bereits zum dritten Mal diese besonderen Besucher.
Die teilnehmenden Schüler des Jahrgangs Klasse 11 waren um ein bis zwei Sätze gebeten, die dieses Erlebnis widerspiegeln – hier einige Zitate dazu:
L.: Es war sehr spannend etwas über ihr tägliches Leben, Probleme und Erlebnisse zu erfahren. Vor allem das eine junge Person in unserem Alter dabei war, hat mir gut gefallen.
A.: Ich wusste noch nicht, warum die Männer die Kippa tragen und dass wenn man wirklich einen strengen jüdischen Glauben hat, zwei getrennte Küchen besitzt.
M.: Ich fand es sehr erstaunlich und erschreckend, dass beide sich aus individuellen Gründen nicht trauen die Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen und Angst davor haben, da viele Menschen ihre Religion nicht akzeptieren.
A.: Ein wichtiger Erkenntnisgewinn für mich war, dass es im Judentum sehr viele verschiedene Strömungen und Auslegungen gibt. Das Gespräch hat mir gezeigt, dass jeder seine ganz eigene Vorstellung von Glauben und Traditionen lebt.
C.: Am interessantesten war, dass die handschriftlich geschriebene Thora begraben wird, sobald man sich verschrieben hat…
E.: Ich wusste nicht, dass es Mesusas gibt und wofür die gedacht sind.
P.: Es war interessant zu hören, wie unterschiedlich die Religion ausgelebt wird und das man auch ohne auf alle Normen zu achten nach dem eigenen Glaube leben kann.
D.: Ich dachte wirklich, dass jüdische Menschen anders sind. Aber sie sind ganz normal wie alle anderen und ich hätte auch nicht erwartet, dass sie sich in der Raucherpause zu uns stellen und dass wir uns weiter mit ihnen unterhalten konnten war sehr toll.
F.: Ich fand es interessant, wie viele Feiertage die Juden haben.
J.: Das, was mich am meisten erstaunt hat ist, dass es anscheinend in Deutschland immer noch nicht sicher genug ist für die beiden (bzw. jüdische Personen allgemein) ihren Glauben auch auf der Straße, in Form der Kippa, auszuleben und dass sie deswegen immer noch Furcht mit sich tragen.
N.: … dass sich die jüdische Kultur so uneinig ist was ihren Glauben angeht.
S.: Der Tag war in meinen Augen sehr aufschlussreich. Ich habe bisher nur wenig über das jüdische Leben gewusst, aber nach diesem Tag bin ich mit einem erweiterten Wissen rausgegangen, beispielsweise die ganzen Essens- oder Feiertagsregeln, an welche sich jüdische Personen halten müssen, waren etwas Neues und auch sehr interessant für mich.
J.: Ich fand es interessant, dass Alkohol nicht speziell im Judentum verboten ist und die beiden es trinken in Form von z.B. Wein.
C.: Ein Aha-Moment für mich war, dass jüdische Menschen ihren Glauben sehr unterschiedlich leben und es nicht „das eine“ Judentum gibt.
L.: Es sind auch nur ganz normale Menschen, die vielleicht mehr als wir bereit sind, die Welt auch aus verschiedenen Ansichten zu sehen und auch andere Sichtweisen zu akzeptieren.
L.: Ich fand es erschreckend, wie viele jüdische Menschen sich in Deutschland nicht trauen, öffentlich ihre Religion zu zeigen (Tragen der Kippa …) aus Angst vor den Konsequenzen durch die Bevölkerung.
J.: Ich wusste nicht, dass es so viele Essensgesetze gibt und Gesetze zum Schabbat. Das manche die auch wirklich einhalten ist krass.
J.: Mir war nicht bewusst das Antisemitismus noch immer ein so großes Thema ist. … Das man Fleisch und Milchprodukte trennt war neu.