Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Erfurt
Am 3. Juni 2026 unternahmen die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen des Gymnasiums Gleichense eine Exkursion nach Erfurt. Ziel des Ausflugs war es, wichtige Orte jüdischer Geschichte und Kultur kennenzulernen sowie den Erfurter Dom zu besuchen.
Nach der Ankunft in Erfurt besuchten die drei 6. Klassen abwechselnd vier Stationen. Unser Gruppenbild entstand vor der NEUEN SYNOGOGE der Jüdischen Landesgemeinde. Jeweils als Klasse separat ging es weiter – unter anderem zur KLEINEN SYNAGOGE. Diese dient heute als Begegnungsstätte, um Berührungsängste zwischen Menschen jüdischen und nichtjüdischen Glaubens abzubauen. Eine Ausstellung erzählt beispielsweise die Lebensgeschichte jüdischer Familien, die im 19. Jahrhundert bis um das Jahr 2000 in Erfurt lebten. Die Schülerinnen und Schüler konnten außerdem den Thoraschrein sehen, in dem ehemals Thorarollen aufbewahrt wurden, sowie eine Mikwe besichtigen. Diese bezeichnet ein jüdisches Tauchbad, das Gläubigen zur rituellen Reinigung dient, sowie eine Mesusa, einem religiösen Symbol am Türpfosten jüdischer Häuser.
Ein weiterer Programmpunkt war die ALTE SYNAGOGE mit dem dortigen MUSEUM. Es beherbergt den Erfurter Schatz mit wertvollen Münzen, Schmuckstücken und einem jüdischen Hochzeitsring. Mithilfe von Audioguides konnten ausgewählte Ausstellungsstücke genauer erkundet und von den Fachlehrkräften in Auftrag gegebene Aufgaben gelöst werden.
Auch der Erfurter DOM stellte eine der drei Stationen dar. Dort erläuterte Frau Pohl das sogenannte Jungfrauenportal mit der Darstellung des Gleichnisses Jesu von fünf klugen Jungfrauen und fünf törichten Jungfrauen, denen als sechste Person auf der klugen Seite die Ekklesia (= Kirche) und auf der törichten Seite die Synagoga (= Synagoge) beigeordnet ist. Klare Aussage: ins Himmelreich kommen nur die „Klugen“, also die Christen. Als weiteres Beispiel dafür, wie die Sicht auf Juden im Mittelalter war, findet sich im Dom in der Holzbildhauerei des Chorgestühls, wo wiederum der christliche Ritter den Einlass des Juden, der auf einem Schwein reitet, ins Himmelreich verwehrt. Aber auch Reliquien sowie ein steinernes Bildnis des, den Schülerinnen und Schülern wohlbekannten, Grafen von Gleichen waren zu entdecken.
Zum Abschluss blieb noch Zeit, um sich in der Erfurter Innenstadt zu stärken, bevor alle gemeinsam die Rückfahrt antraten und gegen 14:50 Uhr wieder zurück in Ohrdruf waren.
Die Exkursion bot spannende Einblicke und vermittelte anschaulich, dass jüdische und christliche Geschichte miteinander verbunden sind.
