26 Jahre Abitur am neuen Gymnasium Gleichense – 27. Jahrgang verabschiedet

Unser diesjähriger Abiturjahrgang wurde am 28. Juni im Waldhotel „Der Berghof“ in Luisenthal verabschiedet.
Nach einem anspruchsvollen Programm des Schulensembles unter Leitung Christiane Hergers sowie der Festrede des Schulleiters und den Grußworten der Fördervereinsvorsitzenden Susanne Krahmüllers sowie der Schülervertreter wurden die langersehnten Reifezeugnisse überreicht.
Auszüge aus der Rede des Schulleiters:
2019 – ein Jahr mit vielen, teils weltbedeutenden Ereignissen bzw. Jubiläen: 500. Todestag des Universalgenies Leonardo da Vinci ,100 Jahre Weimarer Republik, Weimarer Verfassung und Versailler Vertrag, 75 Jahre Eröffnung der 2. Front im II. WK in der Normandie am D-Day 1944, 70 Jahre Grundgesetz sowie die Bildung zweier deutscher Staaten im kalten Krieg, 50 Jahre 1. Mondlandung und nunmehr 30 Jahre Beginn der friedlichen Revolution.
2019 wird für Euch aber vor allem das Jahr bleiben, welches Ihr mit Eurem Abitur verbindet.
In 10, 20 oder 25 Jahren werdet Ihr Euch vermutlich wieder treffen, so wie es vor ein paar Wochen der 94er Jahrgang tat. Und Ihr werdet Eure Erinnerungen mit verklärtem Blick austauschen, aber auch über die Lebenswege danach plaudern.
Ich nehme die Jahrgangszahl 26 zum Anlass, mich in meiner heutigen Rede auf die 26 Buchstaben des deutschen Alphabets zu beziehen obwohl ich eigentlich nur 15 bräuchte, denn ich verbinde diese mit Euren Namen. Ich beginne mit:
A… wie Ailyn, Anja, Anna, Anna-Lena und Anne.
A … wie Abitur, das Euch mit dem Reifezeugnis in wenigen Minuten überreicht wird. Ein chaotisches Brainstorming liegt hinter Euch. Ihr habt es geschafft! Seid stolz darauf, zu den nunmehr 1452 Absolventen des Gymnasium Gleichense zu gehören!
B… wie Barle! Ein kurioser, geteilter Ort mitten in Europa. 10.000 Einwohner leben dort in Belgien und den Niederlanden. Es gibt 500 Grenzübergänge, teils mitten durch Häuser. Etwas verrückt, oder?
C… wie Charlaine
C… wie Chancen, die sich Euch jetzt eröffnen! Ergreift sie! Experten werden weltweit gesucht! Findet einen guten Weg.
Überprüft selbst die Chancengleichheit von Mann und Frau und in Nord, Süd, Ost und West.

D… wie Daniel und Dennis
D… wie Dankbarkeit, die Ihr Euch bewahren solltet. Nicht immer eine Selbstverständlichkeit in dieser schnelllebigen Zeit. Dankt allen, die Euch halfen in so mancher schwierigen Situation, die Euch trösteten, wenn sich ein Berg an Schwierigkeiten vor Euch auftürmte oder mit Euch vor Freude tanzten, wenn ein solcher Berg bewältigt war.
E… wie Eltern, denen Ihr vieles verdankt!
Der viel, auch mit einem Schmunzeln verwendete Begriff „Hotel Mama“ beschreibt wohl nicht nur die saubere Wäsche und das „Rundum-Sorglos-Paket“, sondern auch das Gefühl von Geborgenheit, Herzlichkeit, Schutz und des Zuhause Fühlens. Gebt Euren Eltern, vielleicht auch später, etwas davon zurück!
Auch Eure Großeltern, Geschwister und Freunde sowie wir Lehrer, (wie die Klassenleiterinnen Frau Zeigner, Frau Jäger, Frau Stops, Frau Nowag, Frau Sichardt und Frau Müller) sind heute mit Euch stolz und glücklich und danken für die schöne Zeit.

F… wie Freude, die Ihr zurecht heute empfindet. (wir auch)
Bewahrt Euch dieses positive Gefühl! Es gibt Euch Kraft, auch Probleme zu meistern. Zeigt Eure Freude offen, sie ist ansteckend!

G… wie Gina-Michelle
G… wie Gesundheit, die ich Euch in einem langen und erfüllten Leben wünsche!
H… wie Heidi
H… wie Humor, den Ihr nie verlieren solltet. Mit einem freundlichen Lächeln geht Vieles besser!
I… wie Ignoranz. Ein schlechter Ratgeber! Lasst Euch nicht von ihr verleiten, zu überheblich zu sein. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

J… wie Jonas, Julia, Julian, Jule, Julius und Justin
J… wie Jugend, die Ihr heute genießen könnt, ich wünsche Euch, dass Ihr in Eurem ganzen Leben immer etwas davon ausstrahlt und bewahrt!

K… wie Klassenfahrten. Ihr habt einige davon erlebt und werdet noch in Jahrzehnten davon mit einem verschmitzten Lächeln erzählen. Weißt Du noch… auf der Alm in Südtirol, oder damals in London und Rom, was uns da passiert ist? Cool war es am Ratscher…
L… wie Laura, Lea, Leonie, Leon, Lilli und Lukas
L… wie Leidenschaft. Seid leidenschaftlich bei der Lösung von Aufgaben in Ausbildung, Studium und Beruf, aber auch bei der Suche nach der Liebe Eures Lebens. Möge Euch diese gelingen.
Ich las einmal, was Liebe bedeutet:
Liebe ist Respekt, Leidenschaft und Bewunderung. Vielleicht stimmt es.
M… wie Marlen und Moritz
M … wie menschlich sein, zeigt es, seid nicht überheblich oder gar falsch oder missachtend anderen gegenüber.
N… wie Natalie
N… wie kindliche Neugier. In Tabaluga besingt sie Peter Maffey: „Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben. Erst dann, wenn ich`s nicht mehr spüren kann, weiß ich, es ist für mich zu spät“
Bewahrt Euch ein Stück dieser Kindheit!
O… wie Ordnungsliebe, die liebt Ihr alle! Nur das Genie beherrscht das Chaos!
P… wie Paula
P… wie Prüfungen, die Euch, trotz einiger Stolpersteine, sehr gut gelungen sind.
Q… wie ein „Quäntchen Glück haben“,
eine kleine Menge, redensartig „bescheidenes, kleines, winziges Quäntchen“. Das reicht doch schon aus! Es soll Euch immer beschieden sein.
R… wie Ronja und Ronny
R … wie das Recht. Bewahrt und beschützt es! Keine leichte Aufgabe in einer Welt voller Unrecht. Auch in Thüringen, Deutschland oder
Europa ist Vieles ungerecht.
S… wie Sandro, Sarah und Sarah-Michelle
S … wie Superstar. Ihr seid heute die Stars des Abends. Eure Kleidung allein lässt jeden roten Teppich erblassen!
Ihr seid begnadete Mathematiker, Naturwissenschaftler, Sprachgenies, Rhetoriker, Sänger, Instrumentalisten und Experten z.B. für Medien und Vieles mehr.
T… wie Tom und Toni
T… wie Temperament. Seid temperamentvoll, sagt und tut, was Ihr meint! Auch einmal lauter, als man von Euch erwartet. Das tut gut und befreit.
U… wie Unterricht. Manche verschliefen so manches Stündlein. Viele brachten Euch aber um den Schlaf oder bereiteten
Kopfschmerzen und Ihr wartetet ungeduldig auf ein Zeichen von oben,… endlich, die Pausenklingel!
V… wie Valentin
V…wie Vorbilder. Brauchen wir welche? Ich zumindest meine ja.
Wie Anne Frank, sie wäre vor 2 Wochen 90 Jahre geworden, verlor aber bereits 1945 im KZ ihr junges Leben.
Ihr Tagebuch (auch in der authentischen Neufassung) bewegt seither unendliche Generationen und ist aktueller denn je.
Wie Alexander v. Humboldt, der unermüdliche Naturforscher, an dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr erinnert wird.
Er wird als das letzte Universalgenie und 2. Entdecker Südamerikas bezeichnet, ein Weltbürger, der mit seinem Lebenswerk „Kosmos“
versuchte, alles Wissen zusammenzufassen. Er ist einer der bekanntesten Deutschen weltweit.
Oder wie Greta Thunberg, die 16jährige Schwedin, die ihren Schulstreik für den Klimaschutz am ersten Schultag im Dürresommer 2018 allein begann und daraus die weltweit verbreitete Bewegung „Fridays for future“ entwickelte. Sie begeistert viele Menschen, ist unnachgiebig und beharrlich. Zuweilen wird sie auch kritisch gesehen.
Der Klimaforscher Stefan Rahmsdorf sieht Greta als Idol, „dass klarer erkannt hat, was die globale Erwärmung für die Zukunft ihrer Generation bedeutet.“

W… wie Wibke und Wilhelm
W… wie Wunder. Glaubt an Wunder. In einem alten Lied der 1950er besingt der begnadete Jazzmusiker Louis Armstrong seine Gedanken über die Welt: „And I think to myself, what a wonderfull world“
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X… Der Schulleiter des Gymnasiums vor 120 Jahren, Dr. Paul Langer forschte an von ihm „X-Strahlen“ genannten Phänomenen. Dies tat parallel Röntgen, der bis heute nachhaltigen Erfolg mit seinen Erkenntnissen hatte.
Y… wie Yeti – der mysteriöse Schneemensch des Himalayas, der schon durch Alexander den Großen vor 2500 Jahren gesucht wurde, auch die NS fanden ihn nicht, Reinhold Messner will ihn gesehen haben. Er bleibt wohl auch weiter ein Rätsel.
Z… wie Zukunft.
Euch gehört die Zukunft! Geht Euren eigenen Weg. Er kann auch steinig und schwer werden, aber es wird immer Euer Weg sein.
Der vielfach benutzte, manchmal missbrauchte Begriff „Heimat“ wird von Johannes Oerding gefühlvoll wie folgt besungen:
„Oh, Heimat, schön wie du mich anlachst.
Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden habe.“
„Und wenn ich wieder mal nicht in deiner Nähe bin,
dann wartest du mit offenen Armen!“
„Ich trag dich immer bei mir,
so wie ein Souvenir.“
Ich möchte natürlich den aktuellen Hit des „Ohrdruf-Songs“ gern und zurecht in diesen Zusammenhang bringen! („Ohrdruf meine Stadt und meine Heimat… Du bist für mich mehr als Gemeinschaft…“ besingen Lea, Paula und Valentin)
Macht Euch nun auf, diesen Weg weiter zu beschreiten.
Er wird Euch hinausführen in die weite Welt, aber manche von Euch auch zurückkehren oder ganz in der Nähe bleiben lassen.
Viel Erfolg dabei!
Denkt vielleicht auch einmal an Eure Schulzeit zurück. Mögen Euch dabei gute Erinnerungen bleiben.
Alles Gute für Euch!
Auf ein freundliches Wiedersehen!

Dr. Volker Rühl

Fotos von der Abiturfeier sind unter folgender Adresse erhältlich: Wolfgang Spelda Reinhardsbrunnerstr.25, Bad Tabarz Tel: 036259 62061